Equitherapie
Die Equitherapie nutzt das Pferd als therapeutischen Mediator; ihr Gründungsakt ist die Leistung der dänischen Reiterin Liz Hartel, Silbermedaillengewinnerin im Dressurreiten bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki trotz einer postpoliomyelitischen Lähmung, die die rehabilitative Wirkung des Pferdes offenbarte. Sie beruht auf dem Prinzip der Mediation, das aus den französischen Theorien (Roussillon, Brun, Lyoner Schule) ererbt ist: Das Pferd, ein lebendiger Dritter, erlaubt eine dreieckige Beziehung Patient-Tier-Therapeut, die die Frontalität der Übertragung mildert. Ihr Bereich ist sehr breit (Autismus-Spektrum-Störungen, Bindungsstörungen, Angststörungen, Essstörungen, kindliche Depression), was zugleich ihren Reichtum und eine ihrer epistemologischen Fragilitäten ausmacht.
| Code | TI85 |
|---|---|
| Name (DE) | Equitherapie |
| Französischer Name | Équithérapie |
| Kürzel (FR) | EQ |
| Begründer | Liz Hartel (JO Helsinki 1952), Renée de Lubersac (école française) ; théorie de la médiation : René Roussillon, Anne Brun (école lyonnaise) |
| Jahr | 1952 (exploit fondateur de Liz Hartel) |
| Schule / Welle | Approches par l'animal ; médiation équine, théories françaises de la médiation thérapeutique |
| Quellband | Band 7 des Mémento des Psychothérapies |
Diese Therapie wird ausführlich (Prinzipien, Indikationen, Protokoll, Evidenzgrad) in Band 7 des Mémento des Psychothérapies behandelt. Band ansehen.