Gartentherapie (Therapeutische Hortikultur)
Die Gartentherapie ist der bewusste und strukturierte Gebrauch der gärtnerischen Praxis und des Kontakts mit der lebenden Pflanze zu Zwecken der psychischen und somatischen Fürsorge; ihre formelle klinische Dokumentation beginnt mit Benjamin Rush, dem Gründervater der amerikanischen Psychiatrie. Ihr zentrales Prinzip: Die Beziehung zwischen dem Menschen und der lebenden Pflanze ist an sich ein therapeutisches Agens, das zugleich den Körper (Motorik), die Aufmerksamkeit, die Affektivität (Fürsorge für ein Lebewesen) und die lange Zeitlichkeit des jahreszeitlichen Rhythmus aufruft. Die Mediation durch das Lebendige senkt die übertragungsbezogene Last, was ihre Wirksamkeit bei Patienten erklärt, die dem Verbalen gegenüber zurückhaltend sind. Ihr Bereich reicht über die somatische Rehabilitation, die Sonderpädagogik und die Prävention im öffentlichen Gesundheitswesen hinaus.
| Code | TI88 |
|---|---|
| Name (DE) | Gartentherapie (Therapeutische Hortikultur) |
| Französischer Name | Jardinothérapie (Horticulture Thérapeutique) |
| Kürzel (FR) | JAR |
| Begründer | Benjamin Rush (père fondateur de la psychiatrie américaine) ; recherche adjacente : Roger Ulrich (design hospitalier, 1984) |
| Jahr | documentation clinique depuis Benjamin Rush (fin XVIIIe-début XIXe s.) ; travaux d'Ulrich en 1984 |
| Schule / Welle | Approches par la nature ; médiation par le vivant végétal (hortithérapie) |
| Quellband | Band 7 des Mémento des Psychothérapies |
Diese Therapie wird ausführlich (Prinzipien, Indikationen, Protokoll, Evidenzgrad) in Band 7 des Mémento des Psychothérapies behandelt. Band ansehen.